| Erinnerungen an Anja |
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Seite 1 von 3 Erinnerungen an Anja
geb.: 6. Dezember 1990 gest.: 22. Oktober 2007
Wer unsere Anja kannte, wusste wie ehrgeizig sie war und dass sie einfach das größte Kämpferherz von allen besaß. Seitdem wir im Jahr 2003 begonnen haben unsere weibliche Jugend neu aufzubauen war Anja ein fixer Bestandteil des Teams und eine eingefleischte UHClerin! Nach der Teilnahme am ersten Trainingslager gab sie alle anderen Sportarten mehr oder weniger auf und verschrieb sich voll und ganz dem Handballsport. Der Verein ist ihr gleichermaßen ans Herz gewachsen, so wie sie für uns eine nicht wegzudenkende Persönlichkeit war. Als sie bereits mit knapp 14 Jahren ihre ersten Tore in der U-19 erzielt hatte, war bereits klar, dass hier ein großes Handballtalent heranwächst. Mit dem Handballsport „infiziert“ wurde Anja schon im Oeversee Gymnasium, wo sie aus der Kaderschmiede von Waltraud Müllner hervorging und in den wenigen Jahren viele Titel bei diversen Schulmeisterschaften einheimsen konnte. Gerade deshalb war für sie „verlieren“ ein Fremdwort. Und gerade deshalb geschah es schon, dass ihr Jahrgang nach einer Saison „Lehrgeld“, im zweiten Jahr die ersten Erfolge feiern konnte. Sportlich gesehen fand diese Entwicklung mit den letzten beiden Siegen nun eine erfreuliche Fortsetzung, wobei man sicher sein kann, dass dies für unsere Anja ganz wichtig war. Es ist leider besonders tragisch, dass die Umstände ein „ernten“ der Früchte der harten Aufbauarbeit für unsere Anja nun unmöglich macht. Ihre besondere Stärke lag in ihrer Übersicht und Schlitzohrigkeit als „Einser“, wobei sie eine Vielzahl an Bällen stehlen konnte und die gegnerischen Angriffsreihen immer zur Verzweiflung brachte. Anjas Schnelligkeit sorgte zuletzt für die entscheidenden Siegestore und brachte sie zuerst in die steirische Auswahl und schließlich in das Union Team Österreichs, welches im letzten Sommer ein Turnier in Ungarn spielte. Auch in diesen Auswahlmannschaften machte sie eine ausgezeichnete Figur und zählte zu den beliebtesten Spielerinnen. Insgesamt war und ist Anja ein Vorbild, das äußerst sportlich lebte, nicht rauchte, nichts trank, durch ihren unbändigen Willen alle UHCler beeindruckte und bei ihren Gegenspielerinnen „Alarmsignale“ auslöste. Abseits des Handballfeldes lagen ihr die Familie und ihre Freundinnen besonders am Herzen. In ihrem jungen Leben genoss sie es mit ihren Eltern und ihrem Bruder zu reisen, wobei sie immer wieder von Amerika, und zuletzt von Amsterdam und Dublin erzählte. Ihr Ehrgeiz spiegelte sich ebenfalls in den schulischen Leistungen wider, da sie auch hier keine schlechten Noten akzeptierte. Dass sie sich dem Handball verschrieben hatte bedeutete aber nicht, dass sie sich sonst für keine anderen Sportarten interessierte. Anja spielte weiterhin Tennis, war auf der Tribüne bei UHC und HSG Spielen zu finden und feuerte, wenn nicht der Handball dazwischen kam, auch ihren SK Sturm Graz im Stadion an. Es ist besonders tragisch, dass unsere Anja aus ungeklärter Ursache aus ihrem jungen aber ausgefüllten Leben gerissen wurde, und dass wir nun nur spekulieren können, was dieser großartige Charakter im Leben und im Sport noch hätte leisten können. Es liegt nun an uns, in ihrem Sinne fort zu fahren, ihre Erinnerung in unseren zukünftigen Weg einzubinden und sportlich so weiterzumachen, wie sie es von uns erwartet hätte. Wir werden dich nie vergessen…
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